Umzugslogistik Deutschland nach Mallorca: Container, Fähre oder Spedition?
Irgendwann kommt der Moment, an dem aus dem Auswander-Traum Ernst wird: Du stehst in deiner deutschen Wohnung, umgeben von Kartons, und fragst dich, wie das alles nach Mallorca kommen soll. Dieser Guide vergleicht alle Optionen und hilft dir, die richtige Wahl für deine Situation zu treffen.
Die drei Optionen für den Umzug
Option 1: Internationale Spedition
Die Komfortlösung: Eine Spedition packt bei dir ein, transportiert alles nach Mallorca und liefert bis in die neue Wohnung.
Kosten: Für eine 3-Zimmer-Wohnung (ca. 30 m³ Umzugsgut): 3.000-5.000 € je nach Spedition und Leistungsumfang. Der Durchschnitt liegt bei ca. 3.500-4.000 € (inklusive Einpacken, Transport, Fähre, Auspacken).
Dauer: Von der Abholung in Deutschland bis zur Lieferung auf Mallorca: ca. 7-14 Tage.
So findest du die richtige Spedition: Hole mindestens drei Angebote ein (z.B. über die Plattform Umzugsauktion.de). Achte darauf, ob die Fährkosten im Angebot enthalten sind. Eine gute Spedition packt an einem Tag ein, und innerhalb von ein bis zwei Wochen steht alles in deiner neuen Wohnung.
Option 2: Selbst fahren + Fähre
Die Budget-Variante: Transporter mieten, selbst packen, nach Barcelona oder Valencia fahren, Fähre nach Palma.
Kosten:
- Transporter mieten (7,5t, one-way): ca. 800-1.200 €
- Diesel für ca. 1.500 km: ca. 300 €
- Fähre Barcelona→Palma (Transporter): ca. 400-600 €
- Übernachtung unterwegs: ca. 100-200 €
- Gesamt: ca. 1.600-2.200 €
Vorteil: Günstiger. Nachteil: Extrem anstrengend, du brauchst Helfer zum Be- und Entladen, und der Transporter muss auf die Fähre passen (max. 7,5t, Höhe beachten!).
Option 3: Container (Beiladung)
Wenn du nicht viel mitnimmst: Einige Speditionen bieten Beiladungen an. Dein Umzugsgut wird mit anderen Sendungen kombiniert.
Kosten: Ab ca. 1.500 € für 10-15 m³.
Dauer: 2-4 Wochen (länger, weil auf volle Ladung gewartet wird).
Was solltest du mitnehmen – und was nicht?
Mitnehmen lohnt sich:
- Persönliche Dinge, Fotos, Erinnerungsstücke
- Möbel, die dir wichtig sind (Kinderbetten, Schreibtische etc.)
- Kleidung
- Küchensachen (gutes Kochgeschirr, Lieblingsstücke)
- Elektronik (Laptops, Monitore, Spielkonsolen)
Besser in Deutschland verkaufen oder verschenken:
- Große Möbel (Couch, Esstisch, Kleiderschrank) – Zu teuer im Transport, und auf Mallorca gibt es IKEA, Maisons du Monde, und gute Second-Hand-Möbel
- Dicke Winterkleidung – Auf Mallorca brauchst du sie nicht. Eine gute Jacke reicht.
- Bücher (der Großteil) – E-Reader sei Dank
- Gartenmöbel – Neue auf Mallorca kaufen, die dem Klima besser standhalten
Faustregel: Wenn ein Gegenstand weniger wert ist als sein anteiliger Transportpreis, lass ihn in Deutschland und kaufe neu.
Zoll und Einfuhr
Gute Nachricht: Innerhalb der EU gibt es keinen Zoll auf deinen Hausrat. Du musst auch keine Einfuhrsteuer zahlen. Wichtig ist nur:
- Die Sachen müssen dir gehören (kein gewerblicher Import)
- Du musst nachweisen, dass du umziehst (Empadronamiento oder Mietvertrag)
- Neue, unbenutzte Gegenstände in großen Mengen könnten Fragen aufwerfen
Packtipps
- 3 Monate vorher anfangen zu sortieren. Alles, was du 2 Jahre nicht angefasst hast: weg.
- Kartons beschriften mit Zimmer und Inhalt – auf Mallorca wirst du dankbar sein.
- Wichtige Dokumente im Handgepäck: Pässe, NIE, Mietvertrag, Geburtsurkunden – nicht in den Umzugskarton!
- “Erste-Woche-Kiste” packen: Bettwäsche, Handtücher, Toilettenpapier, Wasserkocher, Geschirr für die Familie. Diese Kiste als letzte einladen und als erste ausladen.
- Fotos von Elektronik machen (Seriennummern) – für die Versicherung.
Kurz und knapp
Wenn du es dir leisten kannst: Spedition. Der Stress-Faktor ist deutlich geringer, und nach einem Umzug über 1.500 km + Fähre willst du nicht auch noch selbst Kisten schleppen. Wenn das Budget knapp ist: Selbst fahren funktioniert auch, plane aber mehr Zeit und Helfer ein. Und das Wichtigste: Nimm weniger mit, als du denkst. Mallorca ist eine Insel, kein anderer Planet – es gibt hier alles zu kaufen.
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